
Was ich Euch aber nicht vorenthalten möchte, ist die ganze Aufregung um den Transport von Göppingen nach Niebüll, denn die ist wirklich erzählenswert:
Am Samstag, dem 2.5., hatte ich mit Achim Spannagel telefoniert und den Kauf abgesprochen. Anschließend ein Anruf bei der ESSO-Tanke um die Ecke, die Trailer vermietet und einen für Dienstag Abend gebucht - alles okay. Am Montag dann der Anruf vom Tankwart: der Trailer ist kaputt - Rahmen gebrochen


Dienstag nachmittag gegen 17 Uhr also auf nach Leck, den Trailer holen. Ankuppeln, Stecker anschließen - von etwa 20 Lampen gehen drei




Der gesamte Familien- und Freundeskreis wird alarmiert, meine bessere Hälfte und ich haben teilweise auf vier Leitungen gleichzeitig telefoniert. Um 21 Uhr dann der erlösende Anruf von einem Freund: Er hat die Freundin eines Anhängerhändlers zu Hause erreicht, ich kann sofort kommen und einen Trailer holen

Vor Ort dann die nächste Katastrophe: Beim Anschließen des Hängers fällt am Zugfahrzeug die gesamte rückwärtige Beleuchtung aus




Um 23 Uhr können wir - meine Frau kommt als zweite Fahrerin mit - endlich aufbrechen. Bei strömendem Regen (wie sollen wir den offenen Burton bloß trocken nach Hause kriegen?) geht es auf die Piste. Nach 600 km in Kirchheim ein erster Tankstop und die große Überraschung: nur 9,5 l auf 100 km - das ist klasse. Allerdings fällt beim Tanken dann doch die Außenspiegelabdeckung auf der Beifahrerseite, die schon merkwürdig geklappert hat, endgültig ab

Weiter geht die Tour nach Blaubeuren - da haben wir mehrere Jahre gewohnt - Freunde besuchen, die vor sechs Wochen Nachwuchs bekommen haben. Nach einer kleinen Stärkung und ausgiebigem "Kindskiek" dann weiter nach Göppingen, wo wir uns mit Achim an seiner Garage treffen.
Überwältigende Gefühle beim Anblick des Burton (und des Lomax, gleich daneben). Satter Sound beim Anlassen und geniales Fahrgefühl. Wenn auch noch das kleinste Quentchen Zweifel vorhanden gewesen wäre - jetzt stand es endgültig fest - den will ich haben (und erst meine Frau!)

Also, Auto auf den Trailer aufladen - hier wartet die nächste Überraschung: der Feststellkloben für die Vorderradbefestigung hat das Weite gesucht


Wir wollten nach Rothenburg ob der Tauber, um dort mit guten Freunden essen zu gehen und bei ihnen zu übernachten. Von Göppingen über Geislingen und dann über die Heidenheimer/Aalener Alb geht es durch viele kleine Dörfer - die bewundernden Blicke der Passanten sind Balsam für unsere mittlerweile nach 36 Stunden ohne Schlaf doch etwas schwächelnde Kondition. In einem kleine Dorf dann der nächste Zwischenfall: Nach kurzem Abbremsen wegen eines Abbiegers geht mein Tritt aufs Gaspedal ins Leere - der Gaszug ist am Pedal ausgerissen


In Rothenburg passierte dann nach einem leckeren Essen das letzte Mißgeschick: Unser Freund ließ sich beim Einparken hinter dem Trailer von den Abmessungen des Burton leiten und übersah dabei leider, daß der Trailer einen guten Meter länger ist

Die weitere Rückfahrt am Donnerstag verlief dann unspektakulär. Abgesehen von etwas Regen in Dithmarschen kamen wir sogar trocken nach Hause - im Burton dank der Persenning nicht ein Tropfen Wasser!
Und auch der LT schlug sich wacker: Trotz der knapp 600 kg Zuladung auf dem Trailer hielt sich der Verbrauch bei bescheidenen 9,5 l - das machte die Tour günstiger als befürchtet.
Beim Eintreffen vor unserer Haustür gegen 17 Uhr lief dann die ganze Siedlung zusammen, um beim Abladen zuzusehen. Wir waren nach der ganzen Aktion ziemlich geschafft - aber glücklich! Daß wir bei dem ganzen Durcheinander unseren Fotoapparat beim Aufbruch am Dienstag Abend zuhause haben liegen lassen und somit den Transport leider nicht in Bildern dokumentieren konnten, läßt sich vielleicht verstehen

Thomas