docT on the road

Fragen rund um den Burton

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DocT
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docT on the road

Beitrag von DocT » Mo Mai 11, 2009 9:47 pm

Seit dem 08.05.2009 ist Deutschlands nördlichster Burton mit dem Kennzeichen NF - DT 63 zugelassen. Über meine Gefühle bei den ersten Probefahrten brauche ich wohl hier nichts zu erzählen, das Grinsen ist immer noch nicht aus dem Gesicht verschwunden :lol:
Was ich Euch aber nicht vorenthalten möchte, ist die ganze Aufregung um den Transport von Göppingen nach Niebüll, denn die ist wirklich erzählenswert:
Am Samstag, dem 2.5., hatte ich mit Achim Spannagel telefoniert und den Kauf abgesprochen. Anschließend ein Anruf bei der ESSO-Tanke um die Ecke, die Trailer vermietet und einen für Dienstag Abend gebucht - alles okay. Am Montag dann der Anruf vom Tankwart: der Trailer ist kaputt - Rahmen gebrochen :shock: , aber ein Ersatztrailer sei bei der ESSO-Tankstelle in Leck (10 km) zu haben. Dort angerufen: alles in Ordnung, Hänger ist reserviert für mich - super :P !
Dienstag nachmittag gegen 17 Uhr also auf nach Leck, den Trailer holen. Ankuppeln, Stecker anschließen - von etwa 20 Lampen gehen drei :!: , weder Blinker noch Bremse, nur ein Rücklicht, eine Kennzeichenleuchte und ein Positionslicht :evil: . Auch der Einsatz von Kontaktspray kann diesen Zustand nicht verbessern. Am Wagen kann's nicht liegen, am Samstag war noch alles in Ordnung. Also, Trailer wieder abkuppeln und unverrichteter Dinge nach Hause :twisted: . Mittlerweile war es 19 Uhr, alle Vermietstationen im näheren und weiteren Umkreis im wohlverdienten Feierabend. Woher krieg ich jetzt auf die Schnelle einen funktionierenden Trailer :cry: ???
Der gesamte Familien- und Freundeskreis wird alarmiert, meine bessere Hälfte und ich haben teilweise auf vier Leitungen gleichzeitig telefoniert. Um 21 Uhr dann der erlösende Anruf von einem Freund: Er hat die Freundin eines Anhängerhändlers zu Hause erreicht, ich kann sofort kommen und einen Trailer holen :P .
Vor Ort dann die nächste Katastrophe: Beim Anschließen des Hängers fällt am Zugfahrzeug die gesamte rückwärtige Beleuchtung aus :evil: . Wie sich (viel später) herausstellen wird, ist durch den massiven Einsatz von Kontaktspray der komplette Sicherungssatz für die 13polige Kupplung durchgeknallt :twisted: . Wieder wildes telefonieren, jetzt um ein Ersatz-Zugfahrzeug zu organisieren. Gottseidank arbeitet Schwiegermutter beim örtlichen VW-Händler und hat einen guten Draht zum Chef, somit kann ich um 22 Uhr den Werkstatt-LT ausleihen! Der hat zwar 210.000 km auf der Uhr, kein Radio, durchgesessene Sitze - aber er fährt und kann den Trailer ziehen! Also mit dem (funktionierenden) Trailer und dem (defekten) Auto zur VW-Werkstatt, den LT übernehmen und den Trailer umkuppeln. Beim Herunterkurbeln des Stützrades hatte ich dann die Kurbel in der Hand, das Stützrad lag am Boden - der Splint war durchgerostet :twisted: . Schnell ein neuer Splint - geht doch! Und auch alle Lampen funktionieren - bis 50 m vor der Haustür, da brennt dann das rechte Blinklicht durch - also das auch noch austauschen :roll: .
Um 23 Uhr können wir - meine Frau kommt als zweite Fahrerin mit - endlich aufbrechen. Bei strömendem Regen (wie sollen wir den offenen Burton bloß trocken nach Hause kriegen?) geht es auf die Piste. Nach 600 km in Kirchheim ein erster Tankstop und die große Überraschung: nur 9,5 l auf 100 km - das ist klasse. Allerdings fällt beim Tanken dann doch die Außenspiegelabdeckung auf der Beifahrerseite, die schon merkwürdig geklappert hat, endgültig ab :x .
Weiter geht die Tour nach Blaubeuren - da haben wir mehrere Jahre gewohnt - Freunde besuchen, die vor sechs Wochen Nachwuchs bekommen haben. Nach einer kleinen Stärkung und ausgiebigem "Kindskiek" dann weiter nach Göppingen, wo wir uns mit Achim an seiner Garage treffen.
Überwältigende Gefühle beim Anblick des Burton (und des Lomax, gleich daneben). Satter Sound beim Anlassen und geniales Fahrgefühl. Wenn auch noch das kleinste Quentchen Zweifel vorhanden gewesen wäre - jetzt stand es endgültig fest - den will ich haben (und erst meine Frau!) 8) .
Also, Auto auf den Trailer aufladen - hier wartet die nächste Überraschung: der Feststellkloben für die Vorderradbefestigung hat das Weite gesucht :evil: ! Gottseidank hat Achim Bolzen und Ratsche parat, so daß der Burton sicher fixiert werden kann. Das Wetter spielt auch mit - die Sonne scheint, also fahren wir nach Regelung der finanziellen Angelegenheiten frohgelaunt ab, nachdem Achim uns noch für unsere beiden Mädels (5 und 7 Jahre) einen von ihm selbst an den Cobrasitz angepaßten Kindersitz sowie einen Scheibenwischermotor vom Mini mitgegeben hatte 8) .
Wir wollten nach Rothenburg ob der Tauber, um dort mit guten Freunden essen zu gehen und bei ihnen zu übernachten. Von Göppingen über Geislingen und dann über die Heidenheimer/Aalener Alb geht es durch viele kleine Dörfer - die bewundernden Blicke der Passanten sind Balsam für unsere mittlerweile nach 36 Stunden ohne Schlaf doch etwas schwächelnde Kondition. In einem kleine Dorf dann der nächste Zwischenfall: Nach kurzem Abbremsen wegen eines Abbiegers geht mein Tritt aufs Gaspedal ins Leere - der Gaszug ist am Pedal ausgerissen :shock: ! Mit viel Phantasie gelingt es uns das Ganze mit einem Gummihandschuh, einem Splint und dem Griff einer Taschenlampe notdürftig zu flicken - es hat dann bis Niebüll gehalten :? !
In Rothenburg passierte dann nach einem leckeren Essen das letzte Mißgeschick: Unser Freund ließ sich beim Einparken hinter dem Trailer von den Abmessungen des Burton leiten und übersah dabei leider, daß der Trailer einen guten Meter länger ist :evil: ! Schaden: Positionslicht am Trailer geborsten, Stoßstange am Golf (richtig) kaputt.
Die weitere Rückfahrt am Donnerstag verlief dann unspektakulär. Abgesehen von etwas Regen in Dithmarschen kamen wir sogar trocken nach Hause - im Burton dank der Persenning nicht ein Tropfen Wasser!
Und auch der LT schlug sich wacker: Trotz der knapp 600 kg Zuladung auf dem Trailer hielt sich der Verbrauch bei bescheidenen 9,5 l - das machte die Tour günstiger als befürchtet.
Beim Eintreffen vor unserer Haustür gegen 17 Uhr lief dann die ganze Siedlung zusammen, um beim Abladen zuzusehen. Wir waren nach der ganzen Aktion ziemlich geschafft - aber glücklich! Daß wir bei dem ganzen Durcheinander unseren Fotoapparat beim Aufbruch am Dienstag Abend zuhause haben liegen lassen und somit den Transport leider nicht in Bildern dokumentieren konnten, läßt sich vielleicht verstehen :oops: .

Thomas
Deutschlands nördlichster Burtonfahrer

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Claus
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Beitrag von Claus » Mo Mai 11, 2009 11:52 pm

Hi Doc,

da zeigt sich wieder mal wie kompliziert das Leben ist.... :D .

Hättest dich einfach in den Burton gesetzt und wärst losgefahren..... :wink:

..... meiner war schon 3 x in Hamburg......

Glückwunsch zum neuen Auto, schone ihn nicht, da ist ne Ente drunter, die bringt Dich im Zweifelfall rund um die Welt, und Achim hat gute Technik verbaut.
Ich hoffe man trifft sich mal. => Demnächst ist Treffen in Blaubeuren !!!!! :D

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Gruß aus dem Allgäu

Claus

Deutschlands südlichster Burton
28 Räder, 24 Zylinder, 700 PS, verteilt auf 8 Autos !

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Lüder
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Beitrag von Lüder » Di Mai 19, 2009 12:50 pm

Glückwunsch zum Burton! Hätte ich es rechtzeitig gelesen hätten wir uns wohl drum gekloppt!
Komm doch einfach das Fronleichnam Wochenende zu unserem Bremer Ententreffen! dann kannste dein Schmuckstück präsentieren!

Lüder, der wohl sich auch den Spass nicht genommen hätte und auf Achse zurückgedüst wäre!

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markus
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Beitrag von markus » Sa Jun 13, 2009 9:17 am

Hallo Thomas,

schöner Bericht!
Erinnert mich wieder an meinen Burton Transport nach Vechta zum TÜV.
Hat bis auf einen kurzen starken Regen aber sehr gut funktioniert und kein Vergleich zu deinem Erlebten.
@Claus: Stimmt, an das Bild kann ich mich auch noch erinnern, so zwischen den Blauen. :-)
Achim hatte glaube ich das Treffen organisiert.

Gruß
Markus

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